Die "letzte" Predigt

Hier stellen Pfarrer und Pfarrerinnen Predigten zu besonderen Themen und Anlässen ein. Sie können in Ruhe noch einmal nachlesen und vertiefen - oder die Predigt an andere Interessenten weitergeben.

Stephan Seiler-Thies 04.02.2018

Predigt beim Gottesdienst für junge Leute „Load it“ Friedenskirche

„Mit Vollgas… gegen die Wand?“

Vor der Predigt wurde der „Große Preis von Bietigheim“ in der Kirche ausgetragen, 3 Rennen, zu denen die Mannschaften der beiden Bankreihen antraten: Ein Carrera-Bahn-Rennen, ein Motorrad-PS4-Rennen, ein Bobbycar-Rennen.

 

„Mit Vollgas“ geht es beim Carrerabahn-Rennen in den Looping.

„Mit Vollgas“ legen sich die Motorräder beim PS4-Spiel in die Kurven.

„Mit Vollgas“ rasen die Bobbycars durch die Friedenskirche.

Was wir heute hier beim Großen Preis von Bietigheim erlebt haben, macht richtig Spaß: Voll aufdrehen, kein Limit, als Erster über die Ziellinie schießen, die Fans jubeln. We are the Champions!

So ähnlich war es auch gestern beim Konficup unseres Kirchenbezirks. Die Mannschaft der Friedenskirche hatten den besten Turnierspieler, die Mannschaft aus Metterzimmern war auch sehr gut und kam bis ins Halbfinale, doch Turniersieger wurde die Stadtkirche. Sie waren gestern die Champions. Herzlichen Glückwunsch euch auch heute nochmals!

Sieger sein, das wünschen wir uns nicht nur im Sport sondern auch im Leben: Der Coolste in der Klasse, Champion im Verein, die Schönste, der Beliebteste in der Clique.

„Mit Vollgas durchs Leben!“ Aber mal ehrlich, immer Vollgas geht nicht, immer Erster auch nicht. Manchmal geht es auch richtig schief: „Mit Vollgas… gegen die Wand!“, passiert leider jedem Mal: die Arbeit verhauen, ein falsches Wort, ein Streit mit den Freunden, Stress mit den Eltern, und dann das Gefühl, der Letzte zu sein.

Genau dann, wenn wir das Gefühl haben, dass wir die Letzten sind, hat einer gesagt: „Die Letzten werden die Ersten sein, und die Ersten werden die Letzten sein.“

Diesen verrückten Satz hat Jesus am Ende einer besonderen Geschichte gesagt. Die Jesus-Geschichte von den Siegern und Verlierern will ich euch kurz erzählen:

- Gleichnis von „Arbeitern im Weinberg“ Mt 20: freie Erzählung des Gleichnisses

Typisch Jesus. Er stellt alles auf den Kopf. Die Letzten freuen sich, die Ersten regen sich auf.

Ich kann die Ersten verstehen: So funktioniert die Welt doch nicht! Wo kämen wir da hin? Da würde sich keiner mehr anstrengen, wenn es gar nichts bringt, Erster zu sein. Wenn Jesus so etwas erzählt, dann hat er aber immer einen guten Gedanken, oder zwei. In der Geschichte von den Arbeitern sind es tatsächlich zwei gute Gedanken fürs Leben.

1. Im ersten Gedanken geht es ums Geld. In der Geschichte von Jesus ist es ein Silbergroschen.

Ein Silbergroschen war so viel wert, dass eine Familie einen Tag gut versorgt werden kann. Alle haben so viel bekommen, dass sie mit ihrer Familie gut leben können. Das war Jesus wichtig. Gerecht ist nicht, dass alle denselben Stundenlohn bekommen, sondern dass alle gut leben. Das nehme ich als erstes von Jesus mit: Ob mit Vollgas oder mit halber Kraft, wir sollen danach schauen, dass alle gut leben können.

Erster oder Letzter? Das ist nicht die Frage. Sondern Leben für alle – dann sind wir alle Gewinner.  

2. Der zweite Gedanke aus der Geschichte hat mit Gott zu tun.

Im ersten Satz der Geschichte heißt es: „Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn.“ Und dieser Hausherr, klar, das ist Gott. Bei Gott gibt es keine Sieger oder Verlierer. Und das ist gut so. Ob ich schnell oder langsam, ob ich auf der Überholspur des Lebens unterwegs oder auf dem Standstreifen gelandet bin, bei Gott ist keiner verloren. Gott macht im Himmel vor, wie es auch auf Erden sein könnte. Und wir können es lernen: Wenn ihr auf der Überholspur mit „Vollgas“ unterwegs seid, schaut auch mal, wer auf dem Standstreifen liegen geblieben ist. Haltet an und helft mit, dass alle ans Ziel kommen. Das zählt bei Gott, das zählt im Leben und auch im Sport. Auch im Sport können manchmal die Letzten die Ersten sein, weil andere für sie da sind. Dazu will ich euch zum Ende meiner Predigt einen kurzen Film von den olympischen Spielen 1992 zeigen. Damals ist genau das passiert: Der Letzte hat auf besondere Weise gewonnen.   

Video von Derek Redmond, 400 m- Lauf olympische Sommerspiele in Barcelona 1992: https://www.youtube.com/watch?v=_DDo_KmJVOA       

Als Letzter durchs Ziel und doch Sieger, weil der Vater hilft, hier im Stadion und im Himmel. Beides gehört dazu: Leben ganz oben auf dem Siegerpodest und Leben in gutem Miteinander, dass niemand auf der Strecke bleibt. Das ist der Traum Gottes für uns. Davon hat Jesus erzählt. Das können wir alle versuchen.

Amen

Lasst uns heute damit anfangen. Deshalb sollen auch die Verlierer des heutigen Großen Preises von Bietigheim nicht leer ausgehen. (Pokal auch an Verlierermannschaft überreichen.)

 

Tageslosung

()

nächste Gottesdienste

Samstag (24. Februar)

18:00 Uhr: Gottesdienst (Krankenhaus Bietigheim, Raum der Stille)

Sonntag (25. Februar, Reminiscere)

10:00 Uhr: Gottesdienst zum Bietigheimer Tag (Stadtkirche)
10:00 Uhr: Abend­mahls­gottesdienst (Friedenskirche) Abendmahl
10:00 Uhr: Gottesdienst (Pauluskirche)
10:30 Uhr: Gottesdienst (Süddeutsche Gemeinschaft, Pforzheimer Str. 31)

Freitag (2. März)

18:30 Uhr: Kindersachenbazar Friedens­kirche (Gemeindehaus Friedenskirche)

Samstag (3. März)

09:30 Uhr: Kinder­kirche Stadt­kirche (Stadtkirche - Gemeindehaus Schwätzgässle)
10:00 Uhr: Pauli-Kinder­kirche (Gemeindehaus Pauluskirche)